Hruotland – Die Legende des Roland
Hintergrund
Ziemlich bald nach der Premiere von The Knight of Destiny ist erneut das Filmfieber bei FAS ausgebrochen. Dieses Mal sollte es ein Abstecher in die Gegenwart sein. Natürlich hatten wir höchste Ansprüche – und vermutlich zu begrenzte Möglichkeiten und erzählerische Expertise. Auf jeden Fall scheiterte FAS kläglich daran, was Kontemporäres auf die Beine zu stellen. Etwa ein Jahr lang war unser Studio klinisch tot, bis im August 2007 Ramon Wipfli aus dem Nichts einen relativ weit entwickelten Storyvorschlag für ein weiteres Mittelalterepos vorlegte. „Eigentlich haben wir ja keine Zeit“. Keine Zeit haben gibt es aber bekanntlich nicht, es ist alles eine Frage der Priorität. So rutschte die mittelalterliche Ballade um den edlen Ritter Roland und sein Kampf gegen die Heiden bei ganz vielen FASianer auf der Prioritätenliste plötzlich ganz weit nach oben …
Filmmusik zu Hruotland als Stream:
1. Anna :
2. Oliver :
3. Überfall und Flucht :
4. Die grosse Schlacht :
5. Hinterhalt :
6. Held in dir :
Story
Mitte 8. Jahrhundert nach Christus (also 250 Jahre nach dem völlig fiktiven Knight of Destiny): Das Reich des germanischen Volks der Franken breitet sich auf dem Gebiet des ehemalig römischen Galliens und Germaniens rasch aus. Die beiden Brüder Karl (Stefan Huber) und Karlmann (Benjamin Ulrich) stehen dem Reich als Könige vor. An der südöstlichen Grenze ihres Franken-Reiches lebt zurückgezogen der verbannte Graf Milon (Urs Kündig) mit seinem Sohn Roland (Lukas Riesen) und seiner Frau Berchta (Rita Christen). Grund der Verbannung war eine vom Gesetz nicht erlaubte Heirat des Grafen mit der Tante der Könige. Eines Tages wird das bescheidene Gut Opfer eines Überfalls sarazenischer Räuber. Milon stirbt bei der Verteidigung seiner Familie, Berchta nimmt sich darauf hin ihr Leben. Der verzweifelte Roland sinnt nach Rache und folgt den Meuchlern. Todesmutig greift er diese alleine mit dem Schwert seines Vaters an. Er hat natürlich keine Chance, doch glücklicher Weise taucht plötzlich der fränkische Hauptmann Oliver (Ramon Kündig) und seine Patrouille auf und retten so Roland. Als Oliver erfährt, wer Roland ist und was seinen Eltern widerfahren ist, nimmt er diesen mit in die Pfalz nach Aachen. Dort freut sich Karl (sein weniger kultivierter Bruder nimm vermutlich gerade an einem Saufgelageteil) auf die Heimkehr seines Cousins. Er nimmt ihn an seinem Hof auf und hat Grosses vor mit dem jungen Beinahe-Märtyrer. Diese Pläne weckt aber die gefährliche Missgunst des religiösen Fanatikers Ganelon (Chris Bucher), welcher einer der höchsten militärischen Würdeträger des Reiches und persönlicher Berater Karls ist. Doch dank der ganz und gar nicht uneigennützig motivierten Unterstützung Karls steigt Roland schnell im fränkischen Heer auf. Zwischen Roland und Oliver entsteht nicht nur eine Mentor-Beziehung, sondern auch eine tiefe Freundschaft. Diese wird jedoch immer wieder getestet, denn Roland verfällt auf Grund seines traumatischen Erlebnisses und beeinflusst vom damalig weit verbreiteten religiösen Fanatismus und Rassismus immer wieder in üble Hasstiraden gegen Heiden. Oliver, ungewöhnlich aufgeklärt für diese Zeit, gefällt diese Einstellung gar nicht. Als sie unter der Führung von Ganelon den Unterschlupf des aufständischen Sachsen-Anführers und Heidens Widukind (Hoshi Meyer) ausräuchern, verliebt sich Roland in die schöne Sächsin und notabene Heidin Anna (Corina Kündig) und rettet sie vom grausamen Schicksal ihrer Stammesgenossen. Von da an beginnt Roland umzudenken. Gleichzeitig wird aber Ganelons Missgunst dadurch nur grösser. Ein gefährlicher Machtkampf entbrennt und führt schliesslich zu einem tragischen Ende…
Produktionsnotizen
Hruotland – Die Legende des Roland ist zweifellos der grösste, aufwendigste und vermutlich der ansprechenste aller bisherigen FAS-Filme. Produktionsstart war im September 2007 und der letzte Schnitt wurde Ende September 2009 vorgenommen. Rund zwei Jahre hat sich das FAS-Team also mit schwer anzuziehenden Kettenhemden und klebrigem Kunstblut rumgeschlagen. Gedreht wurde an 11 Tagen (2 Nachdrehs, 9 reguläre Drehtage) zwischen Mitte August 2008 und 2009 an acht verschiedenen Drehorten. Insgesamt waren ca. 90 Helfer vor oder hinter der Kamera beteiligt. Zum ersten Mal haben wir im HighDefinition- Format gedreht und zum ersten Mal haben wir eine eigens komponierte Filmmusik verwendet. Der Soundtrack wurde vollständig von Ramon Kündig komponiert, orchestriert und produziert und ist sicherlich das herausragende Highlight des Films. Während Hruotland ist das eingeschworene FAS-Team deutlich angewachsen. Im Verlaufe des Drehs stiessen Stefan Huber, Hoshi Meyer, Chris Meier, Chris Bucher, Lukas Riesen und Richard Schuler in den Vorstand. Viele weitere Helfer während des Drehs halten FAS noch immer die Treue.


